nächste Woche fängt unser Chinesisch-Kurs an...das ist auch dringend notwenig hier...wär praktisch wenn man da ein musikalisches Gehör hätte...um die vier Tonstufen unterscheiden zu können...nun ja, der liebe Konjunktiv...egal, ich werde das Beste drauß machen! Hinzu kommt noch, dass die Shanghaier kein Mandarin/Hochchinesisch sprechen...nein, weil's ja noch nicht kompliziert genug ist, haben die hier ihren eigenen Dialekt/Sprache...d.h. lange nicht jeder Chinese kann Mandarin verstehen! Das ist doch echt motivierend, oder?;-)
Auf dem Bild seht ihr unseren Kursraum in der School of Journalism...in dezentem tükisgrün...ob der wohl nach Feng Shui eingerichtet ist? Vielleicht ist die Farbe konzentrationsfördernd, wer weiß...
...auffällig ist allgemein, dass alle Dozenten einen ganz anderen Lehrstil haben, als ich das aus Österreich und Deutschland gewohnt bin, liegt vermutlich daran, dass fast alle ihren PhD in den USA gemacht haben...
...da wird die Gruppe dann gleich mit "hey guys" oder "hey folks" angeredet...ziemlich locker also...das nimmt dem Ganzen gleich mal die erste Scheu...und brachte gleich mal zu Beginn die ein oder andere interessante Diskussion hervor...viel dreht sich natürlich um die Vor-und Nachteile von staatlich gelenkten vs. dem freien Markt ausgesetzten Medien...welche Ideologie wohl die (sozial) sinnvollere ist? Da prallen viele Meinungen aufeinander...doch ich will euch an dieser Stelle mit Ausschweifungen verschonen...
Eine Dozentin ist überhaupt der Clou...neben ihrem Kurs über Chinese Culture haben wir bei ihr Kung Fu Unterricht...das ist witzig sag ich euch...ein bißchen wie Schattenboxen mit merkwürdigen Ausschreien dazu..."Schschhhhhhhhhhhhhh!"..."Jongschhhhhhhhhhhhijh!"..."Kagong!"...ohne diese megamäßig abstrußen Laute wäre das ganze nur halb so spannend! Haha, ihr werdet schon sehen wenn ich nach dem halben Jahr als Kung Fu Meisterin zurückkehre;-) blöd bloß ist, wenn der Gegner klein ist...da gehen meine Verteidigungsgriffe schön mal in Leere...nur gut, dass die hier alle sooo groß sind;-) -
Abseits des Campus war es natürlich nicht weniger spannend...da es die Woche total kalt war, nur so 5 bis 8Grad...bei eisigem Wind...und ohne richtige Heizung und Isolierung...jaja, etwas Mitleid könnt ihr schon haben...wir verweichlichten Westler...das Problem ist, dass es nur wenig Möglichkeiten gibt, sich mal richtig Aufzuwärmen...Wohnung kalt, Uni kalt, Draußen kalt, Läden kalt, Restaurants lauwarm...nur die DesignerStores in der Nanjing Lu West sind total überheizt (so wie bei uns in D/A üblich)...
...bin ich froh um meinen Schlafsack...zusammen mit dicker Daunendecke und Pulli im Bett lassen sich die Nächte aushalten...aber es kann ja nur WÄRMER werden...
...ich hab auch schon einiges ausprobiert...von Shanghai-Küche, Sezuchan-Art, Kantonesisch, Koreanisch, Mongolisch, Japanisch und Pizza-Hut...alles dabei...
der folgende Index zeigt euch die unterschiedlichen Gefahrensstufen:
1. Speisekarte auf Chinesisch+Englisch [+Abbildungen]
eigentlich die Safety-Variante für Weicheier;-) nunja, man kann sich aber nicht so auf die englische Übersetzung verlassen (noodles with vegetables --> = Nudeln mit bißchen Grünzeug und viel Fleisch); die abgebildeten Menus sind Glücksache, d.h. es besteht die Chance, dass so etwas ähnliches auf den Tisch kommt...und eben die (noch viel größere) Chance dass ganz was anderes kommt...
2. Speisekarte auf Chinesisch + Abbildungen
das ist dann schon die Nummer für Fortgeschrittene...man sieht immerhin noch ob Nudeln oder Reis dabei sind, ob eher gebraten (oder fritiert) oder in der Suppe...ob Fleisch und welche Art Fleisch dabei ist...tja, diese Einsicht gleicht einem Lotteriespiel;-)
3. Speisekarte auf Chinesisch ohne Abbildungen
zweifelsohne die Königsklasse in der Disziplin des Essenbestellens...zuerst 10 Minuten verzweifelt versuchen in einem schlauen Wörterbuch nachzuschauen welchen chines. characters für Reis und Huhn stehen...dann, nach weitern 10min feststellen, dass es noch eine halbe Ewigkeit dauern würde, diese in der Speisekarte zu finden...
...so dass letztendlich auf irgendetwas in der Karte gezeigt wird, die Bedienung daraufhin wild gestikulierend Fragen stellt...auf die man beschämt schweigt oder einfach nickend zustimmt...in der Hoffnung...jaja, auch hier stirbt die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt;-) ...das was leckers auf den Tisch kommt!
...es folgen gespannte Minuten...des Wartens...dann kommt das Essen...Staunen, Rätseln, vorsichtiges Rantasten...und Probieren...
...ich habe bis jetzt nichts ekeleregendes erwischt *puhhhh* hier ein Gruß an Anna und Co, denen die Innereien im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich gestunken haben...
Echt super lecker und empfehlenswert war unser hot pot Essen beim Mongolen "little sheep"
Es gibt immer wieder Situationen, an Hand derer ich mir bestens vorstellen kann, wie sich ein Analphabet fühlt...der absolute Horror!
Am Donnerstag war ich zusammen mit Anna und Kathi spontan auf einem kleinen und feinen Konzert von Jose Gonzales...in der Glamour Bar unweit des "Bundes"...für alle die eine gehobene Location in zentraler Lage suchen nur zu empfehlen... www.m-theglamourbar.com
...Cocktails kosten so 9bis 10 Euro...also für hiesige Verhältnisse relativ hochpreisig...



Anna ganz glücklich, als sie nach dem Konzert Jose direkt an der Bar getroffen hat und nun auf einem Foto mit ihm verewigt ist...
futuristisch...trendig...minimalistisch...rote Lacksofas mit Fellbezug...
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