Samstag, 21. März 2009

Suzhou - die Gartenstadt

Letzte Woche war es soweit. Ich will nicht sagen, dass ich alles in Shanghai gesehen habe, die Stadt ist schier endlos und wartet an jeder Ecke mit Überraschungen auf...doch hat sich so etwas wie Gewohnheit bei mir eingestellt.
D.h. ich schlender in aller Ruhe mit MP3 Player am Ohr durch die Straßen, wie viele Chinesen auch, anfangs echt abenteuerlich, weil man die ganzen Hupsignale der Mopeds, Fahrrad- und Autofahrer nicht hört...
Apropos Schlendern; mir fällt hier auf, dass viele Chinesen tatsächlich "schlendern", seelenruhig "dahinbummeln"...mmh...also mit der Schrittgeschwindigkeit hier komm ich ab und zu nicht klar...ich gebe zu, da siegt meine Ungeduld...kaum zu glauben in einer Schnelllebigen Stadt wie Shanghai...irgendwie fasziniered zugleich, denn die Menschen hier zeigen auch in vielen anderen Alltagssituationen ihr gelassenes Gemüt...trotz aller Hektik, Lärm, Schmutz etc. ...

Beachtet man einige wenige Regeln, ist jedoch auch der Spaziergang mit musikalischer Ummantelung keine große Gefahr. Z.B. darf man nie einfach so seine Spur am Gehweg wechseln...denn Fahrräder und Mopeds schießen meist pfeilschnell und äußerst knapp an einem vorbei...da ist ein ausschwenkender Gang nicht drin;-(

Letzten Freitag habe ich mich zusammen mit Anna auf den Weg in die Gartenstadt Suzhou gemacht...
...die Stadt ist nur ca. 80km von Shanghai entfernt und deshalb ein beliebtes Ausflugsgebiet am Woende und bei Sonnenschein...wir hatten nichts von alle dem und konnten die wunderschönen chinesischen Gärten somit in aller Ruhe genießen...



Suzhou hat übrigens 2,1Mio Einwohner...also für chinesische Verhältnisse fast eine Kleinstadt! Und genau so kommt es einen anfangs auch vor...unglaublich, da hört man auf einmal Vogelgezwitscher...einfach so...und keine Hochhäuser soweit man blickt...


Die ersten Bilder zeigen das Areal des Nordtempels (Beisi Ta), mit der höchsten Pagode südlich des Jangtse...stolze 9 Stockwerke habe ich erklommen um dann eine weite Sicht über die Stadt genießen zu dürfen...



Der Nordtempel beherbergt wunderbare Buddha-Schreine...



...die Opfergaben sind zahlreich, von Seerosen , Räucherstäbchen bis hin zu Geld...diese Exemplar eines Räucherstäbchens ist etwas überdimensioniert...
die Pagode... ...und der Ausblick von der Pagode auf den Tempel
steile Stufen gab es zu überwinden... keine Hochhäuser...
...Suzhou gilt nachwievor als Seidenzentrum in China. So konnten wir es uns nicht entgehen lassen, eine Seidenfabrik zu besichtigen...da ist viel Handarbeit angesagt...



...und anschließend bekamen wir die Ergebnisse gleich auf einer Modenschau präsentiert...


einige 100 Meter von der Fabrik entfernt besuchten wir dann auch das Seidenmuseum, indem die über 5000 Jahre alte Geschichte der Seide anschaulich erzählt wird.





...von der Seidenraupe und ihren fünf Entwicklungsphasen...bis hin zum Endprodukt...ein langer und mühsamer Weg...kein Wunder, dass Seide so teuer ist!


...in so einem Seidenwebstuhl wurden Seidenstoffe früher manuell gewebt...unvorstellbar...wie lange dies dauert!!! die einzelnen Seidenfäden sind teilweise so dünn, dass man sie mit dem bloßen Auge überhaupt nicht sehen kann.



typische Handwerksläden in Suzhou...übersichtlicher als Baumax, Obi und Co., aber auch um einiges billiger;-)

...Suzhou wird auch "Venedig des Ostens" genannt...der Vergleich hinkt, anhand der Bilder seht ihr jedoch warum...

Suzhou bietet insgesamt 5 verschiedene bekannte Gärten an...die allesamt tunlichst gepflegt und jeder auf seine Weise wunderhübsch anzusehen ist...
wir haben uns 3 Gärten angesehen, mit den klingenden Namen "Changlang Ting", "Garten der Politik meiner Wenigkeit" und "Garten des Meisters der Netze":

die Spannweite reicht vom riesigen Park bis zum kleinen Gärtchen...überall kunstvoll geschwungene Tempelchen und Schreine integriert...man weiß nicht wohin man als erstes Blicken soll...













...
im Süden von Suzhou konnten wir noch den Konfuzius Tempel besichtigen...der Konfuzianismus spielt hier als Religion und Philosophie eine bedeutende Rolle, neben den Taoistischen und Buddhistischen Riten




oft spürt man die Nähe zu Japan, wie an der auch in China weit verbreiteten Kunst des Bonsai Baums...

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